Tips für den zukünftigen Whisky-Sammler

Welche Whiskies lohnt es, zu sammeln? Weil die Verpackung oder die Flasche schön aussieht. Oder weil er einfach gut schmeckt.
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Frank
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Tips für den zukünftigen Whisky-Sammler

Beitrag von Frank » Mo Mär 13, 2017 10:03 pm

Die Whisky-Lady hat am 16.01.2017 einen sehr interessanten und umfassenden Blog-Artikel geschrieben, der sich an zukünftige Whisky-Sammler richtet. Wie alle Blog-Beiträge ist auch dieser in englischer Sprache, aber wenn ich ihn verstanden habe, dann verstehst Du ihn auch.

Ich zitiere hier nur ein paar der Headlines. Am Ende dieses Beitrags sind zwei Links zu den wichtigen Artikeln der Whisky-Lady.
First of all, why would people collect whisky, I mean, I thought it was meant to be drunk?
There are plenty of very good reasons to collect whisky
What bottles are ‘collectible’? Is the price always a trustworthy indicator?
There are two approaches to this issue.
Where can you find ‘collectible’ bottles?
There are two main solutions. First, you can of course check with your favourite shop owner or a trusted dealer.
How to store them?
Unlike wine, bottled whisky no longer ages.
top tips for the wannabe whisky-collector (beim Klicken die Strg-Taste gedrückt halten, um den Blog in einem neuen Fenster zu öffnen)

Bereits letztes Jahr hat die Whisky-Lady einen Artikel über Investment geschrieben:
Ultimate Guide to Whisky Investment

Frank
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Re: Tips für den zukünftigen Whisky-Sammler

Beitrag von Frank » Fr Mai 05, 2017 4:00 pm

Im Whisky-Ratgeber von Theresa Lüning (The Whisky Store) steht im Abschnitt über das Sammeln von Whisky folgendes:
Sie möchten mit dem Whisky-Sammeln beginnen? Sammeln Sie bitte nicht wahllos, sondern verfolgen Sie eine Strategie. Dann wächst der Wert Ihrer Sammlung um so mehr. Es bieten sich verschiedene Sammelstrategien an:
• Alle Abfüllungen einer einzelnen, renommierten Brennerei
• Alle Brennerei-Abfüllungen einer Region (Highland, Insel Islay, ...)
• Eine hochwertige Brennerei-Abfüllung von jeder Brennerei
• Limitierte Abfüllungen renommierter Brennereien
Fehlt noch:
  • Abfüllungen der Lost Distilleries

Frank
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Die 10 sammelwürdigsten Whisky-Brennereien

Beitrag von Frank » Fr Apr 20, 2018 10:10 pm

Die 10 sammelwürdigsten Whisky-Brennereien

April 11, 2018   |   Jonny McCormick   |   Whisky Advocat | Fall 2017

Die Karriere eines Künstlers basiert nicht auf einem einzigen Bild, sondern auf einem Werk. Diese Brennereien haben eine Breite und Tiefe von Whiskies geliefert, die sie an die Spitze vieler Sammlerwunschlisten setzen. Zwar gibt es einzelne Abfüllungen von amerikanischen und irischen Destillerien, die Sammler anziehen, aber keiner hat die engagierte Anhängerschaft dieser Meister verdient. Leider haben einige dieser Brennereien, wie viele Künstler, erst lange nach ihrem Tod ihre größte Wertschätzung erfahren.

Balvenie
Nicht mehr im Schatten von Glenfiddich, der Einfallsreichtum von David Stewarts Schöpfungen in den vermählten TUNs der letzten zehn Jahre hat seinen Sammelstatus verändert.
Meisterwerk: Balvenie Tun 1401 Batch #1, $3.505 (Scotch Whisky Auctions, November 2016)

Glenfarclas
Die Family Cask-Releases, die bis in die 50er und 60er Jahre zurückreichen, haben die Familie Grant zur bestimmenden Destillerie alter Sherry-Malt-Whisky-Meisterwerke gemacht.
Meisterwerk: Glenfarclas 105, 40 Jahre alt, $2.697 (Scotch Whisky Auctions, Januar 2017)

Bruichladdich
Ab 2001 hat der Destillateur Jim McEwan seinen Zauber über den reifenden Bruichladdich-Bestand durch ein hochwertiges Holz-Recasking-Programm und zusätzliche Fassveredelungstechniken gelegt. Frühe Port Charlotte- und Octomore-Abfüllungen ergänzen den Reiz.
Meisterwerk: Bruichladdich Blacker Still, $984 (Scotch Whisky Auctions, März 2017)

Springbank
Keine andere Brennerei strahlt eine solche Glaubwürdigkeit oder kompromisslose Authentizität aus. Die Hingabe an das Bodenmälzen und das traditionelle Destillieren hat sich einen guten Ruf für ihre mutigen Whiskys erworben.
Meisterwerk: Springbank Local Barley 1966, $1.937 (Whisky Online-Auctions, Mai 2017)

Ardbeg
Diese Destillerie inspiriert eine fast schon kulthafte Anhängerschaft für ihre kraftvoll torfigen Whiskys, mit Sammlern, die besonders auf die Einzelfässer der 70er Jahre und die Veröffentlichungen des Ardbeg-Komitees stehen.
Meisterwerk: Ardbeg Provenance 1974, $3.136 (Scotch Whisky Auctions, April 2017)

Bowmore
Das Ergebnis der Fässer, die 1964 in den Gewölben der Nr. 1 lagen, ist legendär geworden, von der dunklen Farbe von Black Bowmore bis hin zu den köstlichen, geschichteten Ergebnissen, die durch Fässer gewonnen wurden, die mit hellen Sherrys und Bourbon belegt waren.
Meisterwerk: Black Bowmore 1964 42 Jahre alt, $12.606 (Whisky Online-Auctions, April 2017)

Port Ellen
Posthume Berühmtheit als Liebling der Islay Whiskies, Port Ellen's klassische Zitronen-, Lagerfeuerrauch- und Gamsleder-Noten finden sich sowohl in den offiziellen Jahresveröffentlichungen als auch in zahlreichen unabhängigen Angeboten.
Meisterwerk: Port Ellen 1979 22 Jahre alt 1. Veröffentlichung, $2.372 (Just Whisky, April 2017)

Hanyu
Erwarten Sie von dieser Brennerei, die im Jahr 2000 ihre Produktion eingestellt hat, gesteigerte, facettenreiche und fassgetriebene Geschmackserlebnisse. Die Sammlung aller 54 Flaschen der Ichiro's Malt Card Serie ist eine der größten Herausforderungen des Lebens.
Meisterwerk: Der Joker, $2.188 (Sotheby's, Hong Kong, April 2017)

Macallan
Über seine luxuriösen Konnotationen hinaus, vergessen Sie nie, dass sein Ruf auf der Qualität des Whiskys beruht, der aus seinen außergewöhnlichen Sherryfässern geliefert wird.
Meisterwerk: Macallan 1946 Select Reserve 52 Jahre alt, $14.155 (Sotheby's, Hong Kong, April 2017)

Karuizawa
Für Whisky-Sammler gehört der Moment Karuizawa. Die Whisky-Produktion in der japanischen Destillerie wurde im Jahr 2000 eingestellt und das Gebäude wurde letztes Jahr abgerissen, aber das scheint nur den legendären Status von Karuizawa besiegelt zu haben. Der endliche Vorrat an vergessenen Fässern wurde von der Number One Drinks Company erworben, die damit begann, die muskulösen, sherried japanischen Whiskys mit Fassstärke abzufüllen, reich verziert mit illustrierten Etiketten von Masken aus dem Noh-Theater, Samurai-Kriegern und Geisha-Mädchen. Ein japanischer Whisky, der bis in dieses Jahrhundert außerhalb Japans selten erwähnt wurde und nie wieder zu sehen ist, besitzt alle Merkmale von Sammlerträumen und die Auktionspreise treiben ihn immer weiter an die Spitze des Sammelwhiskys.
Meisterwerk: Karuizawa 1964 48 Jahre alt Wealth Solutions $21,525 (Whisky Auctioneer, April 2017)

Frank
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Re: Tips für den zukünftigen Whisky-Sammler

Beitrag von Frank » Do Jul 05, 2018 12:57 am

Philip Reim schreibt im Februar 2017 in seinem Spirituosen-Blog folgenden Artikel:
4 einfache Gründe, warum du nicht in Whisky investieren solltest

Grund #1: Du bekommst selten mehr als eine Flasche
Grund #2: Die Transaktionskosten fressen deine Rendite
Grund #3: Viele unterschätzen die Lagerungskosten
Grund #4: Keiner kennt heute den Whisky-Markt in 10 Jahren

Alles in allem ist der Artikel wegen der sachlichen Fehler, die auch 2018 noch nicht korrigiert wurden, eigentlich nicht lesenswürdig. Aber das merkt man ja erst immer hinterher. Man merkt aber schon, dass Philip Reim aus Prinzip gegen das Sammeln von Whisky ist.

Hier meine Kurzkommentare zu den einzelnen Gründen.
#1: Wenn man von einem Sammlerwhisky nur eine Flasche bekommt, dann kauf man eben vom überschüssigen Geld eine andere Flasche, die auch etwas verspricht. Man muss nicht immer drei Flaschen der selben Abfüllung kaufen. Diversifikation kann auch ein gutes Invest-Prinzip sein. Wer würde schon all sein Geld auf eine Karte setzen?

#2: Wenn man Auktionshäuser als Dienstleister verwenden möchte, um Flaschen zu veräußern, dann muss man natürlich die Transaktionskosten berücksichtigen. Es gibt aber auch immer mehr Händler, die Sammlerflaschen ankaufen. Sogar "Master of Malt" macht das inzwischen. Aber wenn ein Händler etwas ankauft, dann wird er nicht Liebhaber- oder Sammlerpreise zahlen. Was bei Auktionshäusern die Transaktionskosten sind, wird bei einem Händler ein gewisser Abschlag sein, also seine Provision oder ähnliches. Den meisten Gewinn holt man nur beim direkten Privatverkauf ohne Zwischenhändler heraus. Das weiß zum Beispiel jeder, der schon mal sein Auto verkauft hat. Aber würde ein Oldtimer-Sammler seine Schätze über Mobile.de oder Autoscount24 verkaufen?

#3: Es gibt zwei grundsätzliche Lagerarten, die unterschiedlich viel kosten. Privatleute mit relativ kleinen Sammlungen werden vermutlich den Whisky zuhause lagern. Es gibt aber auch Dienstleister, die klimatisierte, gesicherte Lagerung von sehr teuren Whiskies anbieten. Es ist hier aber wie bei allen Kosten: man muss gut abwägen, welches Preis-Leistungsverhältnis man haben möchte.

#4: Tja, weil wir nicht wissen können, wie sich der Markt in zehn Jahren entwickeln wird, ist ein Investment in Whisky eine Spekulation wie jede andere. Deshalb gibt es ja bestimnte Regeln für dieses Investment. Oft wird aber nicht betrachtet, dass eine Anlage in Whisky nicht unbedingt eine Spekulation auf hohe Rendite sein muss. In erster Linie betrachte ich meine Whiskysammlung als Sachwertanlage zur Werterhaltung meines Kapitals. In Zeiten des Nullzinses muss man sich schon Gedanken machen, dass das erwirtschaftete Kapital nicht an Wert verliert. Wenn ich wertvollen Whisky als Sachwertanlage kaufe, dann setze ich voraus, dass der Whisky nicht an Wert verliert. In Einzelfällen passiert das natürlich auch schon mal. Der überwiegende Teil behält oder steigert seinen Wert. Wenn bei einem Verkauf eine gewisse Rendite herausspringt, ist das nicht zu verachten. Ich habe meine Whiskysammlung nicht aufgebaut, um sie zur Verbesserung meiner Rente wieder zu verkaufen. Aber falls es sein muss, dann werde ich es tun. Wenn alles positiv läuft und ich von meiner Rente leben kann, dann kann ich meinen Premiumwhisky geniessen. Wenn ich etwas Besonderes anschaffen will, dann müssen ggf. auch ein paar Flaschen dafür herhalten. Wenn die grosse Kriese kommt und das Geld nichts mehr Wert ist, tausche ich den Whisky gegen Brot und Milch. Aber das ist der Worst Case. Ich weiß also weder, wie sich die Whiskypreise entwickeln werden, noch weiß ich, ob ich die große Krise erleben werde.

Das musste ich mal loswerden.

Letztendlich wünsche ich mir, dass die Hardcore-Whisky-Trinker die Whiskysammler nicht immer verdammen sollen.

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